11.09.17: Vogelzug und Klimawandel, ein Abendspaziergang mit Dr. Paul Dörfler.

Kurzbericht zum Abendspaziergang am Montag, den 11.September 2017 
Vogelzug und Klimawandel – Buchautor Paul Dörfler gibt Eindrücke aus seinem nächsten Buch

Bild von Preisträger Ernst Paul Dörfler zur Euronatur Preisverleihung 2010 auf der Insel Mainau.

Der Spaziergang am Montagsabend entlang des Saaleufers mit Dr. Ernst Paul Dörfler zum Thema Vogelzug und Klimawandel war wieder amüsant und lehrreich zu gleich. Im September ist der Vogelzug schon im vollen Gange. „Unsere Zugvögel sind permanente Migranten“, so Dörfler, die überwiegend nachts auf Reise gehen. Schon vor zwei bis drei Jahrzehnten haben die Vögel verstärkt auf den Klimawandel reagiert. Daraus haben sich eine Reihe von Flugplanänderungen ergeben.
So hat sich beispielsweise bereits seit 25 Jahren der Bienenfresser aus den Subtropen im Elbe-Saale-Raum mit inzwischen mehreren hundert Brutpaaren angesiedelt. Die höchste Bienenfresserdichte ganz Deutschlands ist im Gebiet um Bernburg und Merseburg feststellbar. Auch viele Kraniche und die Graugänse haben ihr Zug-Verhalten verändert. Immer mehr dieser Großvögel bleiben auch in milden Wintern bei uns und verzichten ganz und gar auf die lange Flugreise. Mit zunehmender Austrocknung der Landschaften wird für den Weißstorch sowie viele andere Vogelarten, die auf nasse und feuchte Lebensräume angewiesen sind, das Überleben schwierig.
Eine Anfrage der Grünen im Bundestag hat kürzlich ergeben, dass sich schon in den letzten 30 Jahren die Gesamtanzahl der Vögel in Deutschland halbiert hat. Dies ist vor allem auf das geringe Nahrungsangebot zurück zu führen. Da etwa die Hälfte des Landes durch die Landwirtschaft bearbeitet wird, liegt nach Ansicht vieler Experten der Hauptgrund für die Reduzierung der Artenvielfalt im Einsatz von Pestiziden. Für die Teilnehmer an der Exkursion mit Paul Dörfler wurde beispielsweise die geringe Anzahl von Insekten um die nächtlich beleuchteten Lampen auf der Alten Bibel deutlich als Indikator für abnehmende Anzahl an Insekten ersichtlich, die wiederum die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel darstellen.
Die Flugleistung der Vögel zur Bewältigung des Fluges über die Alpen ist absolut erstaunlich. Die Vögel schaffen dies nur durch Anfressen eines Fettpolsters mit Hilfe von ölhaltigen Samenkörnern sowie Insekten. Um während des Fluges ihren Körper vor Überhitzung zu bewahren, röcheln die Zugvögel mit Ihren Schnabel, und geben so einen Teil der Wärme ab, denn Vögel können nicht schwitzen. Singvögel fliegen jeweils mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Km/h zumeist in der Nacht und ruhen tagsüber.

Paul Dörfler hat all diese Fakten gerade in einem Buchmanuskript verarbeitet, das im nächsten Jahr erscheinen wird. Die Teilnehmer an dem Abendspaziergang freuen sich alle auf diese Fundgrube von Analogien zwischen Vögeln und Menschen.

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Frau Ulrike von Thadden, die Rechtsanwältin aus Zerbst und Direktkandidatin des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Bundestagswahlkreis Anhalt hatte Ihr Kommen für diesem Abendspaziergang zugesagt, musste aber aufgrund einer Erkältung kurzfristig absagen. Leider ist es somit im Rahmen der Reihe der Dialoge mit den Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Anhalt nicht mehr möglich Frau Thadden im Bernburger Montagsforum vorzustellen. -Diese Dialogreihe für diese Bundestagswahl wird somit geschlossen – Bitte besuchen Sie die zahlreichen Informationsveranstaltungen bis zur Wahl am 24. September 2017.

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