Wohnraum für Flüchtlinge in Bernburg

Wohnraum für Flüchtlinge in Bernburg
22. November 2016:
Aktuelle Zahlen für Bernburg:
Laut Berichterstattung der MZ – Bernburg vom 22.11.2016 auf Seite 7 nennt der Fachbereich Asyl des Salzlandkreises folgende aktuellen Zahlen für die Belegung der Gemeinschaftsunterkünfte in Bernburg
Unterkunft TEICHWEG: 165 Flüchtlinge
Unterkunft KÖTHENSCHE STRASSE: 72 Flüchtlinge
Unterkunft ADERSTEDTER STRASSE: 133 Flüchtlinge
Unterkunft MAGDEBURGER STRASSE: 46 Flüchtlinge
Im November 2016 sind somit 416 Flüchtlinge in Bernburg in Unterkünften untergebracht. Landkreisweit ist eine höhere Anzahl in dezentralen Unterkünften untergebracht. So sind auf Landkreisebene gegenwärtig 617 in Heimen und 1572 Asylbewerber in individuellen Quartieren untergebracht.

Die Aussenstelle der zentralen Erstaufnahmestelle mit Schwerpunkt Familien, Kinder und Frauen im Bernburger Krankenhaus wurde diese Tage geschlossen.

MZ Bernburg Online hierzu am 20. November 2016:

Flüchtlingsstrom nimmt ab Erstaufnahme-Einrichtung in Bernburg schließt – Quelle: http://www.mz-web.de/25129692 ©2016

http://www.mz-web.de/aschersleben/fluechtlingsstrom-nimmt-ab–erstaufnahme-einrichtung-in-bernburg-schliesst–25129692

 

Link zu aktuellen Informationen zur Unterstützung von Kriegsflüchtlingen in Bernburg im Blog des Montagsforums.

Ende Dezember 2015: Die Stadt Bernburg hat zum Jahresende 2015 etwa folgende Flüchtlingsgruppen aufgenommen:

– In der Gemeinsschaftsunterkunft am Teichweg und der Köthenerstraße (einschließlich der neuen Container) sind etwa 200 Flüchtlinge meist aus Afrika untergebracht. Betreiber ist der Bernburger Verein FLIBB e.V.
– In dem Übergangswohnheim in Roschwitz können bis zu 150 Flüchtlinge untergebracht werden, die dann sofern ihre sogenannte „Bleibeperspektive“ positiv eingestuft wird, im Salzlandkreis in Wohnungen untergebracht werden. Dieses Haus ist Eigentum des Landkreises und wird vom Deutsches Rotes Kreuz betrieben. – Laut Bericht der MZ vom 26.12.2015 konnte diese Notunterkunft über Weihnachten zunächst leer gezogen werden.
– Im ehemaligen Parforcehous können derzeit auch bis zu 200 Flüchtlinge untergebracht werden. Hier sind seit kurzen vor allem Einzelreisende Kriegsflüchtlinge untergebracht worden, für die derzeit kein privater Wohnraum gefunden werden kann. Dieses Haus ist vom Landkreis angemietet und wird derzeit vom Bernburger Verein FLIBB e.V. betrieben.
– In der Magdeburgerstraße sind etwa 40 Personen untergebracht.

– In Bernburg sind derzeit etwas mehr als 50 Flüchtlingsfamilien in privaten Wohnungen, die der Salzlandkreis anmietet untergebracht. Im Jahr 2016 wird die städtische Wohnstätten Gesellschaft BWG weitere 50 bisher leerstehende Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen herrichten.

– Das Land hat in Bernburg von der Ameos Klinik das leerstehende alte Kinderklinik für traumatisierte Frauen und Kinder angemietet. Die soziale Betreuung der bis zu 200 Bewohner hat der Rückenwind e.V. übernommen.

Vergleich auch:
16.07.2915: Die Antwort der Landesregierung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt
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Link zu Online-Beiträgen zum Thema Unterkunft von Flüchtlingen in Bernburg der Lokalredaktion der Mitteldeutschen Zeitung

26.12.2015: Verschnaufpause für die Helfer Über Weihnachten konnte die Notunterkunft in Roschwitz leer gezogen werden. Ein Bericht und Komplimente zur Leistung des Roten Kreuzes bei der Betreuung der Notunterkunft.
26.11.2015: Kapazität im Parkhotel ist vorerst beschränkt
16.11.2015: Ameos-Klinikgelände Bernburg Erste Flüchtlingsfamilie eingezogen
14.09.2015: Bis zu 100 Flüchtlinge kommen in Sporthalle unter

17. September 2015:
In Bernburg leben aufgrund der schnell anwachsenden Zahlen von Kriegsflüchtlingen nun etwa 500 Flüchtlinge.
Schätzungsweise sind davon etwa 200 in der Unterkunft im Teichweg, etwa 90 in den alten und neuen Unterkünften an der Köthener Straße, etwa 40 in der Magdeburgerstraße, etwa 80 in der Turnhalle in Roschwitz und rund 80 davon, meist Familien, in Wohnungen untergekommen.
Der Fachdienst Ausländer- und Asylrecht des Landkreises versucht ständig Wohnung für die anerkannten Kriegsflüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften zu vermitteln um wieder Schlafmöglichleiten für die jede Woche neu von der zentralen Aufnahmestelle zu geteilten Flüchtlingen zu bekommen.

15. Juni 2015:
Container
18 x 2 x 2
Neben dem bisherigen „Kleinen Heim“ in der Köthener Straße Bernburg | Momentaufnahme am 15 Juni 2015

16. Januar 2015:
Eine ausgezeichnete MZ Online- Recherchebericht zu den Stationen eines Flüchtlings nach der Ankunft in Sachsen-Anhalt auf der Seite 3 der Mitteldeutschen Zeitung:
Teil 2: Nach der zentralen Anlaufstelle in Halberstadt:
Nach etwa 3 Wochen werden Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt von Halberstadt in die Städte verteilt.
Hier erwarten Sie in der Regel eine erneute zentrale Unterbringung, die von ganz unterschiedlicher Qualität sein kann.
In dem folgenden Bericht wird eine wohl mustergültige Situation in Halle beschrieben.
Für zunächst drei Monate erhält der Flüchtling eine Aufenthaltsgestattung mit der er sich nur in Sachsen-Anhalt aufhalten kann.
Nach drei Monaten darf ein Flüchtling theoretisch arbeiten, wenn das Arbeitsangebot von der Agentur genehmigt wird und kein Deutscher oder EU-Bürger diese Arbeit angenommen hat.
Erst wenn der Asylantrag bestätigt wurde ist der Flüchtling berechtigt an Integrationskursen mit Deutschunterricht teil zu nehmen.
Bis dahin muss für Flüchtlinge der Deutschunterricht auf ehrenamtlicher Basis organisiert werden.

MZ Reporterin Kathrin Löwe:
Asylbewerber in Sachsen-Anhalt
Von Behörde zu Behörde
16.01.2015 MZ-Online (Ausschnittsweise Wiedergabe)
… Halle (Saale). Weltweite Krisenherde haben dazu geführt, dass im vergangenen Jahr wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Mehr als 6600 Asylbewerber kamen nach Sachsen-Anhalt. Doch was erwartet sie nach der Flucht, welche Pflichten, welche Rechte haben sie tatsächlich? MZ-Reporterin Katrin Löwe hat die Stationen eines Asylbewerbers nachvollzogen. Im ersten Teil stand die Erstaufnahmeeinrichtung in Halberstadt im Mittelpunkt. Heute: der Wechsel nach Halle und das weitere Asylverfahren.
Die Wände sind in angenehmem Grün gestrichen, neben dem Tisch im hell beleuchteten Empfangsraum steht eine kleine Hantelbank. Der erste Eindruck in der zentrumsnahen Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Halle lässt aufatmen. Hier, erklärt mir Vize-Chefin Snjezana Rosemann, heißen die Zimmer auch nicht Zimmer, sondern Appartement. In das geht es nach dem Bus-Transfer aus der zentralen Anlaufstelle in Halberstadt zuerst.

Eigene Küche und Bad
Im Vergleich zu den ernüchternd kargen Plattenbauzimmern im Harz ist die Unterbringung eine deutliche Verbesserung: Statt zweier Herde für einen ganzen Flur hat jedes der Vier-Bett-Zimmer eine kleine Küchenzeile mit Spüle, Herd, Kühlschrank. Auch zur Toilette geht es nicht mehr über den Gang, ein Duschbad gehört dazu. Sogar ein kleiner Fernseher hängt im Zimmer. „Im Prinzip“, sagt Rosemann, „lebt man hier wie in einer WG“. In der es sich – anders als bei rund drei Wochen Aufenthalt in Halberstadt – lohnt, selbst zu investieren. Bewohner David, dem ich eine Stippvisite abstatte, hat Grünpflanzen im Fenster, kleine bunte Läufer auf dem Boden. Auch das „Starterpaket“ des Heims unterscheidet sich vom Halberstädter: Neben Bettwäsche und Handtüchern gibt es diesmal echtes statt Plast-Besteck, dazu Porzellangeschirr, Topf und Pfanne, jede Menge Reinigungsmittel.
Für 90 Personen ist die zwei Jahre alte Unterkunft ausgelegt, derzeit leben hier 85. Es gibt, weiß ich, weit schlechtere Asylbewerberheime im Land, in denen die Lebensbedingungen eher am Rande des Erträglichen sind.
Ohne Papier aber geht auch hier nichts. Zwei Hefter voll erwarten mich. Einer enthält Ansprechpartner und Einrichtungen, die für Asylbewerber relavant sein könnten – von Beratungsstellen bis zu Treffpunkten und kulturellen Veranstaltungen. Viel Stoff für jemanden, der völlig fremd ist. Der zweite ist Bürokratie: die Anmeldung im Heim, ein erneuter Antrag für das Sozialamt, der Bogen für das Einwohnermeldeamt, die Hausordnung in sieben Sprachen… Zudem ist Gelegenheit für die Anmeldung bei einem Deutschkurs. An offiziellen Integrationskursen darf erst teilnehmen, wessen Asylantrag bestätigt ist. Auch in Halle aber gibt es etwa mit dem Jugendmigrationsdienst der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Anlaufstellen, bei denen Ehrenamtliche Unterricht anbieten. Ein Anruf und es steht fest: Schon morgen könnte ich starten.
An Tag zwei stehen jedoch erst einmal Behördengänge an. Einer führt in die Ausländerbehörde. Hier werden noch einmal Personaldaten abgeglichen, dann gibt es die Aufenthaltsgestattung…. Mal eben spontan Landsleute in Berlin besuchen? Nein: In den ersten drei Monaten darf ich Sachsen-Anhalt nur verlassen, wenn die Behörde das zuvor genehmigt. Sonst droht ein Bußgeld, im Wiederholungsfall eine Strafanzeige. Die Sachsen-Anhalt-Karte wird mit der entsprechenden, in zwölf Sprachen vorliegenden Belehrung mitgeliefert.
Der Sachbearbeiter informiert auch darüber, dass ich nach drei (früher neun) Monaten theoretisch arbeiten gehen kann. Theoretisch – die Arbeitsagentur muss den Job genehmigen, für ihn darf sich kein Deutscher oder EU-Bürger finden. „Wir haben recht viele, die in Arbeit sind“, sagt Abteilungsleiter Jan Zwakhoven – bei Amazon oder im Baugewerbe.
Station zwei meines Behördentages ist das Sozialamt am anderen Ende der Stadt….In Halle stehen neben 362 Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften rund 900 in Wohnungen bereit, in die Asylbewerber nach drei bis sechs Monaten ziehen.

Großer Tag: die Anhörung
Für mich sind die Behördengänge erst einmal vorbei. Der große Tag, den viele schon in Halberstadt erleben, kommt erst noch: die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, nach der über den Asylantrag entschieden wird. Je nach Herkunftsland kann sie bis zu acht Stunden dauern. Neben einem Fragenkatalog, der von Schulbildung bis zum Namen des Großvaters reicht, geht es vor allem um Fluchtgründe. Im Idealfall sollte die Bedrohung im Heimatland nachgewiesen werden – durch Haftentlassungspapiere, Gerichtsurteile, Atteste, Drohbriefe etwa. Ist das nicht möglich, kommt es nach Angaben der Behörde tatsächlich auf Glaubhaftigkeit an. Das Bundesamt verfüge über Länderinformationen, die unter anderem durch Verbindungsbeamte vor Ort zusammengestellt werden. „Schon hieraus und aus der Schilderung des Antragstellers können sich Widersprüche ergeben.“
Bis entschieden ist, ob ich in Deutschland bleiben darf, werden allerdings noch Monate mit Warten vergehen. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer lag laut Behörde im vergangenen Jahr bei 7,1 Monaten. (mz)

Anzahl der Asylsuchende in Sachsen-Anhalt im Jahre 2014
Landesweit: 6.618 Antragsteller
davon im Salzlandkreis: anteilig 9,8% oder 648 Flüchtlinge (bei einer Gesamtbevölkerung von 207.000)
auszugsweise zitiert und ergänzt aus o.g. MZ Beitrag vom 16.1.2015 nach Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt

14.01.2015
Teil 1 der Reportage über die ersten Stationen eines Flüchtlings in Sachsen-Anhalt
Link zum MZ-Onlinebericht über die ersten Tage in der zentralen Anlaufstelle:
Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt:
Ankunft im neuen Leben

20. Dezember 2014:
Auch wenn die Auswahl der Unterstützer unter allen Stadträten im Salzlandkreis wohl deutlich höher ist und die unnötige und daher falsche Entscheidung für Container (Zitat Prof. Erich Buhmann) kaum gut zu machen ist, wird diese Initiative unterstützt:

Überparteiliche Erklärung zur derzeitigen Situation von Flüchtlingen
Wir, junge Stadt- und Gemeinderäte aus dem Salzlandkreis, erklären uns, unabhängig unserer Parteizugehörigkeit und unseres Wohnsitzes, solidarisch mit Menschen, die aufgrund der Konflikte in der Welt ihr Land verlassen müssen.
Sie werden verfolgt wegen ihrer Religion, Nationalität, Sexualität, weil sie einer bestimmten sozialen Gruppe angehören oder weil sie politische Überzeugungen vertreten.
Es handelt sich hier um Kinder, Frauen und Männer, denen Folter oder sogar der Tod in ihrem Land droht.
Diese Menschen brauchen dringend Zuflucht und unsere Hilfe.
Wir bewerten die Flüchtlingswelle als die größte gesamtgesellschaftliche Herausforderung der nächsten Jahre.
Wir unterstützen den Salzlandkreis bei der Bewerkstelligung dieser humanitären Aufgabe, die ihm vom Gesetzgeber übertragen wurde.
Wir sprechen uns für eine dezentrale Unterbringung von Asyl suchenden Menschen aus. Die Personen sollen gleichmäßig, im Verhältnis der Einwohnerzahlen der einzelnen Städte und Gemeinden, untergebracht werden.
Zu einer menschenwürdigen Unterbringung und einer Integration gehören für uns auch der Zugang zu Sprachkursen sowie eine sozialpädagogische Betreuung.
Wir sind entsetzt, dass Menschen in Deutschland verfolgt, bedroht und angegriffen werden, weil sie Ausländer sind.
Wir verurteilen, dass Fremdenhass und Gewaltanwendung von Teilen der Bevölkerung in Deutschland hingenommen wird.
Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen in unserem Land Asyl suchende für Mängel, soziale Not und ungelöste Probleme in unserer Gesellschaft verantwortlich machen.
Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, sich der Kette aus Vorurteilen, Verleumdungen und Gewalt entgegenzustellen.
Wir verstehen das Grundrecht auf Asyl als ein kostbares Gut, welches im Salzlandkreis durch Menschlichkeit und Offenheit gelebt werden muss.
Steffen Behm (SPD) Stadtrat Schönebeck , Kathleen Bilsing (SPD)Stadträtin Aschersleben, Marius Fischer (SPD) Stadtrat Aschersleben, Uwe Gerstner (SPD) Stadtrat Nienburg , Tim Hase (CDU) Stadtrat Seeland, Matthias Henning (Die Linke) Stadtrat Nienburg ,Roger Stöcker (SPD) Stadtrat Hecklingen, Mandy Tkotz (Die Linke) Stadträtin Nienburg ,Patrick Hölscher (SPD) Stadtrat Nienburg, Philipp Körner (SPD) Stadtrat Schönebeck, Henriette Krebs (parteilos) Stadträtin Bernburg, Cristian Müller (parteilos) Stadtrat Könnern, Francis Quaiser (parteilos) Stadträtin Aschersleben , Sven Rosomkiewicz (CDU) Verbandsgemeinderat Egelner Mulde, Daniel Wolfram (CDU) Stadtrat Calbe, Martin Zbyszewski (SPD) Stadtrat Könnern

19. Dezember 2014:
Auszug aus MZ-Bernburg vom 19.12.2014, Seite 7:
„Wohncontainer kommen
ASYLPOLITIK Kreistag stimmt mehrheitlich für Anschaffung von mobilen Quartieren für die Flüchtlinge in Bernburg. Außerdem soll es neues Betreuungskonzept geben.
VON KATHARINA THORMANN
BERNBURG/MZ- Der Entschluss ist gefallen: Um die dem Salzlandkreis zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen, wird die Kreisverwaltung Wohncontainer anschaffen. Mehrheitlich haben die Mitglieder des Kreistages am Mittwochabend für den umstrittenen Vorschlag der Verwaltung gestimmt. Dieser war in den vergangenen Tagen von mehreren Seiten kritisiert worden. Vor allem, weil die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen und nicht zentral in den Containern untergebracht werden sollten, so die Forderung. Geplant ist, allein an der Köthenschen Straße in Bernburg Wohncontainer für 75 Flüchtlinge aufzustellen, weitere sollen in Aschersleben folgen (die MZ berichtete).
…..
Insgesamt 155 Flüchtlingesind nach Angaben der Kreisverwaltung allein im November und Dezember in den Salzlandkreis gekommen. Damit liegt die Zahl der ausländischen Mitbürger im Kreis insgesamt bei 1,92 Prozent. Zusammen hält der Landkreis 496 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck für die Asylbewerber vor, bis Ende dieser Woche sind sämtliche Kapazitäten aufgebraucht. Zusätzlich kommen angemietete Wohnungen vorrangig in den großen Städten wie Aschersleben (13), Bernburg (10), Schönebeck (33) und Staßfurt (42) dazu. „KT

15. Dezember 2014:
Jeanne Colgan, Ehemalige Ausländerbeauftragte im Altlandkreis Bernburg
Friedrichstraße 17, 06406 Bernburg, jcolgan@t-online.de
Bernburg, den 15.12.2014
An Landrat Markus Bauer
An Oberbürgermeister Henry Schütze
An Oberbürgermeister Andreas Michelmann
An Oberbürgermeister Bert Knoblauch
An Oberbürgermeister René Zock
sowie an die weiteren Abgeordneten des Kreistages im Salzlandkreis

Chance für Zuzug im Salzlandkreis mit aller Konsequenz wahrnehmen!
Ein offener Brief zur bevorstehenden Entscheidung über die Beschaffung von weiteren zentralen Plätzen für Flüchtlinge in Wohncontainern

Sehr geehrte Mitglieder des Salzlandkreistages,
In nur einem Jahr können wir mit vierhundert zusätzlichen Kriegsflüchtlingen unter Beweis stellen, dass wir die Kraft haben, Zuzug auch zu gestalten. Die Vorschläge, eine wirksame Stabsstelle für Flüchtlinge im Landkreis zu etablieren und den Kriegsflüchtlingen Piloten für den Weg durch die Verwaltungen an die Hand zu geben, sind großartig. Diese Maßnahmen sind überfällig und sollten kompetent und wirksam etabliert werden.
Es mangelt bereits bei den heute im Salzlandkreis wohnenden Flüchtlingen an der Betreuung bei der Vermittlung von dezentralem Wohnraum, an den ausreichenden Möglichkeiten für Deutschunterricht und an der gesundheitlichen Versorgung.
Um der Schaffung von Anfangsaufnahmekapazitäten Priorität zu verleihen, schlage ich basierend auf den Kenntnissen aktueller Einzelfälle und meiner einschlägigen langjährigen Erfahrung folgende Reihenfolge vor:
– Verstärkung der Betreuungskapazitäten für die Vermittlung von Wohnungen in Kooperation mit der Wohnungswirtschaft. In den Heimen leben noch Flüchtlinge, die die Berechtigung für freie Wohnungen haben, dem damit verbundenen bürokratischen Aufwand aber nicht gewachsen sind
– Darüber hinaus Ausschöpfung aller aktuellen Möglichkeiten die vorhandenen Heimbewohner in Kooperation mit der Wohnungswirtschaft im freien Wohnungsmarkt dezentral unterzubringen
– Sofortiger weiterer Aufbau der Stabsstelle, unabhängig von der bisherigen Verwaltungsstruktur nur direkt dem Landrat unterstellt und interkulturell und verwaltungskompetent ausgestattet
– Sofortiger Aufbau der Piloten für die Bewältigung der Verwaltungsfragen
– Sicherstellung der zusätzlich notwendigen medizinischen Betreuung
– Sicherstellung des Deutschunterrichts für alle Flüchtlinge
– Aufbau eines Patensystems für Neuankömmlinge in Kooperation mit Kirchengemeinde und anderen einschlägigen (bewährten) Organisationen und Vereinen für die Stärkung der Integration
In dieser Reihenfolge der Aktionen werden genügend „Auffangkapazitäten“ für die ersten Monate in den bestehenden Heimen frei. Die mit erheblichen Finanzmitteln verbundene Investition in Wohncontainer ist dann nicht notwendig. Diese Investitionsmittel müssen dringend in die oben angedeutete Palette von Betreuungsmaßnahmen gesteckt werden. Dies schafft Arbeitsplätze im Salzlandkreis und stärkt die Entwicklung unsere Wohnungsgesellschaften und des privaten Immobilienmarktes.
Die weitere Schaffung von sehr teuren zentralen Unterbringungskapazitäten führt zur weiteren Ghettobildung und ist der für den Landkreis lebenswichtigen Integration von Zuzügen schädlich.
Bitte weisen Sie den Antrag über die Erstellung von Wohncontainerplätzen zugunsten des Aufbaus von Betreuungskapazitäten, die diese entbehrlich machen, zurück.
Einhundertachtzigtausend Bürger des Salzlandkreises benötigen keine Container um vierhundert Kriegsflüchtlinge unterzubringen!
Mit freundlichen Grüßen
Jeanne Colgan

Hintergrund:
Aktuelles Beispiel, siehe auch Beiträge Volkstimme u.a.
MZ BERNBURGER KURIER 11.12.2014, Seite 7:
ASYLBEWERBER Salzlandkreis plant mobile Wohneinheiten für 175 Menschen in Bernburg und Aschersleben

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29. Oktober 2013:
Offener Brief des Heimbeirats Bernburg an den Landkreis
Quelle: http://antiranetlsa.blogsport.de/2013/10/29/offener-brief-des-heimbeirats-bernburg-an-den-landkreis/
Liebe Kreistagsabgeordnete das Landkreises Saalekreis,
im Januar 2014 endet der Vertrag mit der AWO zur Unterbringung von Flüchtlingen in den Gemeinschaftsunterkünften in Bernburg. Deswegen ist es jetzt wichtig, sich für eine menschenwürdige Versorgung einzusetzen und ein neues Konzept zu beschließen.
Die Gemeinschaftsunterkünfte in Bernburg müssen geschlossen werden. Denn unabhängig davon, wer der Betreiber ist, bleiben dieselben Probleme: Es gibt keine Privatsphäre, weil der Hausmeister in die Zimmer kommt. Außerdem sind die Zimmer zu klein und müssen mit zu vielen Menschen geteilt werden. Die Frauen müssen in denselben Bädern wie die Männer duschen. Die meisten Bewohner, die dort länger leben, sind bereits psychisch krank oder haben körperlich Probleme.
Auch wenn jemand eine schwere, ansteckende Krankheit (z.B. Hepatitis B) hat, muss die Person trotzdem dieselben Räume wie die Anderen benutzen. Diese und weitere hygienische Missstände der Gemeinschaftsunterkünfte (z.B. Insektenbefall) erhöhen die körperliche und psychische Belastung aller Mitbewohner. Im letzten Jahr ist sogar ein junger Mitbewohner mit Asthma gestorben. Wir fragen uns, ob die Kakerlakenbekämpfung in der GU Bernburg tatsächlich für Menschen, insbesondere die unter einer Asthmaerkrankung leiden, ungefährlich ist.
Außerdem sind wir – besonders in den Kleinstädten Sachsen-Anhalt- den Bedrohungen und der Gewalt von Neonazis ausgesetzt. Dass dies auch in Bernburg ein Problem ist, zeigte sich erst vor zwei Wochen als eine Gruppe Neonazis einen türkischen Imbissbesitzer aufs Schwerste verletzten.
Aus diesen Gründen fordern wir erneut, dass zum Vertragsende im Januar 2014 die Gemeinschaftsunterkünfte im Saalekreis geschlossen werden und ein neues, menschenwürdiges Konzept für die Unterbringung beschlossen wird. Das neue Konzept sollte eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen – ähnlich wie in der Stadt Dessau – umsetzen. Dezentral heißt für uns, dass jeder Asylsuchende die Möglichkeit hat, sich eine private Wohnung zu suchen und bei der Wohnungssuche unterstützt wird.
Auch wenn Vockerode häufig als dezentral bezeichnet und gelobt wird, wohnen sehr viele Flüchtlinge in einem Gebäude (wie in einer Gemeinschaftsunterkunft). Außerdem liegt es weiterhin weit entfernt von Einkaufsmöglichkeiten, Schule und anderen wichtigen Einrichtungen. Die Verkehrsanbindung in die nächst größere Stadt Dessau ist ebenfalls sehr schlecht. Deswegen lehnen wir eine Unterbringung wie in Vockerode ab.
Um ein neues Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen zu diskutieren, möchten wir Sie hiermit am 5. November um 16 Uhr in den Clubraum der Gemeinschaftsunterkunft Bernburg (Teichweg 6) einladen.
Mit freundlichen Grüßen
Heimbeirat
GU Bernburg

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