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Auswahl von Beiträgen für den Großschlachthof
Als Beitrag zur Öffentlichen Diskussionen werden hier die Inhalte der jeweiligen Autoren, soweit diese öffentlich sind, ohne redaktionelle Änderungen wiedergegeben. Dort wo bekannt wird auf Gegendarstellungen verwiesen.
Ein Teil der Leserbriefe sind überraschend persönlich gewesen, sodass wir diese und die entsprechende Gegendarstellung nicht übernommen haben oder in Teilen – sofern der Autor dies erlaubt hat – auch gekürzt wiedergegeben haben.
Bitte weisen Sie uns daraufhin, wenn uns bei der Wiedergabe Fehler unterlaufen sollten.

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16.04.2014: MZ Kurier, Seite 8 (Ausschnitt)
Rückendeckung für die Stadt
Mittelstandsvereinigung will wieder regelmäßige Treffen organisieren.
VON ANDREAS BRAUN
BERNBURG/PEISSEN/MZ – „…In den Gesprächen mit Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze und dem Wirtschaftsdezernenten der Stadt Holger Dittrich über die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Kreisstadt gab es von der MIT Rückendeckung für die Stadt in puncto Schlachthof. Von dem Projekt, wenn es denn realisiert werde, erhoffe man sich Synergien, so Felgenträger. Auch ausländische Arbeiter müssen irgendwo leben und geben das Geld aus. Klar müsse aber sein, welches Restrisiko die Stadt habe, komme es zum Bau. Beispielsweise für die Erweiterung der Kläranlage. „Es darf nicht alles auf die Stadt und die Bürger abgewälzt werden“, sagt Felgenträger. Bisher lägen nur Absichtsbekundungen und noch keine Unterlagen vor, die eine vernünftige Meinungsbildung zulassen, so die Ansicht aus den Reihen der MIT …“

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03.04.2014: – Einladung zum Pressegespäch am 07.04.2014 um 16:00 an der Hochschule Anhalt
Pressegespräch zum geplanten Schlachthof in Bernburg
Hochschulprofessoren diskutierten Thema aus wissenschaftlicher Sicht
Die derzeitige Diskussion um einen geplanten Schlachthof in Bernburg hat in der Öffentlichkeit für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Als wissenschaftliche Einrichtung beschäftigt sich die Hochschule Anhalt mit den Themen Landwirtschaft und Tierproduktion. Aus diesem Grund möchte sich die Hochschule an der Diskussion beteiligen.
Wir laden deshalb herzlich zum Pressegespräch am Montag, dem 7. April 2014 um 16:00 Uhr an den Hochschulstandort Bernburg, Strenzfelder Allee 28, Hauptgebäude, Sitzungszimmer (Zimmer 26) ein.
Am Gespräch nehmen teil:
Prof. Dr. Dieter Orzessek, Präsident der Hochschule Anhalt
Prof. Dr. Martin Wähner, Professor für Tierproduktion
Prof. Dr. Wolfram Schnäckel, Professor für Lebensmitteltechnologie/Fleischwirtschaft
Alle drei Professoren lehren und forschen zu Fleischwirtschaft und Landwirtschaft an der Hochschule Anhalt. Im Gespräch möchten sie einen sachlich wissenschaftlichen Blick auf die Thematik werfen.
Hintergrund:
In Bernburg soll ein Großschlachthof von einem italienischen Fleischkonzern errichtet werden. Die Ansiedlung ist noch nicht genehmigt, trotzdem regt sich großer Widerstand.

–|Link zu dem entsprechenden Onlinebericht vom 8.4.2014 der MZ |–

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02.04.2014 (um 19:00):
Online-Meldung der MZ
– Auszug
Schlachthof-Projekt.
IHK warnt vor Vorurteilen und Klischees

„…
Die kompromisslose Ablehnung bestimmter Investitionen vor der eigenen Haustür ignoriere die berechtigten Interessen der 14.000 arbeitslosen Menschen im Salzlandkreis. Dieser Ansicht ist IHK-Geschäftsführer Manfred Piotrowsky. Gemeint ist die Unterschriftensammlung gegen das Schlachthof-Projekt der Fleischwarenfirma Pini in Bernburg.
Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) begrüßt den geplanten Bau eines Schlachthofs durch die italienische Fleischwarenfirma Pini in Bernburg. „Wir sollten stolz sein darauf, dass unsere Region für bestimmte Branchen im internationalen Wettbewerb klare Standortvorteile zu bieten hat“, betont Manfred Piotrowsky, Die mühevoll erworbene Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit – auch für internationale Investoren – dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
Keine Rosinenpickerei möglich
Letztendlich werde die Zulässigkeit von Investitionsvorhaben nach rechtstaatlich gesicherten Verfahren mit Bürgerbeteiligung geprüft. „Alle Beteiligten sind gut beraten, erst einmal die relevanten Informationen abzuwarten, weil man ohne sie keine ehrliche Debatte führen, sondern nur Klischees und Vorurteile bedienen kann“, so Piotrowsky weiter. Bislang hat sich Pini selbst noch nicht zu dem Vorhaben, beispielsweise der Schlachtkapazität und der Arbeitsplatzzahl, geäußert. Gesichert ist lediglich die Information, dass das Land Sachsen-Anhalt einen Fördermittelantrag der Italiener, in dem von 140 Dauerjobs die Rede ist, abschlägig beschieden hat. Dennoch sammelt eine Bürgerinitiative bereits Unterschriften gegen das Vorhaben, um damit einen Bürgerentscheid erzwingen zu können.
Die kompromisslose Ablehnung bestimmter Investitionen vor der eigenen Haustür ignoriere die berechtigten Interessen der 14.000 arbeitslosen Menschen im Salzlandkreis, die davon profitieren könnten. „Wir sind nicht in einer so komfortablen Situation, dass wir uns eine Rosinenpickerei leisten könnten. Jeder Investor sollte uns herzlich willkommen sein“, sagt der IHK-Geschäftsstellenleiter.
Starke Ernährungsbranche
Das Ernährungsgewerbe mit der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie Getränken hat sich neben der Chemie zur wichtigsten Branche des Verarbeitenden Gewerbes im Süden Sachsen-Anhalts entwickelt. Im Vorjahr gab es 62 Betriebe mit je mehr als 50 Beschäftigten. In diesen Firmen erwirtschafteten 12 187 Mitarbeiter einen Umsatz von über 5,2 Milliarden Euro – 21 Prozent des gesamten Industrieumsatzes der Region.“

–|Anmerkung der Redaktion des Blogs: Sobald die Gegendarstellung der um Ihre Arbeitsplätze bangenden Vertreter der Fleischverarbeitung in Sachsen-Anhalt vor liegt, wird diese unter „KONTRA“ eingestellt |–
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29.03.2014 :
Leserbriefveröffentlichung in der MZ Bernburger Kurier am 29.03.2014, Seite 13 unter „Leserforum“
Ungekürzter Nachdruck mit Genehmigung des Autors
Zum Leserbrief von E. Balzer zum Thema möglicher Schlachthof, in der MZ vom 19. März:

Da haben wir ihn wieder, den Bedenkenträger! Dies zieht sich über viele Jahre wie ein roter Faden durch seine Aktivitäten, um die Bürger vor Schaden zu bewahren, nach der Devise: „Ich kläre auf“. Mal ist es das EBS-Kraftwerk, welches mit seiner Inbetriebnahme die Bernburger mit seinem unsichtbaren Abgascocktail flächendeckend vergiftet und den Straßenverkehr mit stinkenden Müllfahrzeugen zusammenbrechen lässt.
Bedenken nicht bestätigt
Dann ist es das neue Dämmstoffwerk, welches mit seinen Abgasen den Bernburger Nordwesten verpesten wird. Die Nordumgehung Bernburg der B6 n wird die gesamte Talstadt total verlärmen. Nichts von den geäußerten Bedenken ist allerdings eingetreten. Jetzt muss eine mögliche Ansiedlung eines Schlachtbetriebes im Gewerbegebiet an der A 14 herhalten. Da werden Geruchs- und Lärmbelästigungen, Wasser- und Abwasserprobleme mal so in den Raum gestellt, mit dem dezenten Hinweis zwischen den Zeilen, was das wohl den Bürger wieder kosten wird und wie die Bürger leiden werden.
Gewerbegebiet gut entwickelt
Eigentlich hätte diese mögliche Ansiedlung in dem Gewerbegebiet gar nicht stattfinden können, da der Briefschreiber damals auch zu den Bedenkenträgern gehörte, denen die sehr hohen Kosten für Ankauf und Erschließung der Fläche sowie die Risiken für die Stadt zu groß waren.
Allen Bedenkenträgern zum Trotz und damit zum Vorteil der Stadt hat sich dieses Gewerbegebiet, dank der weisen Entscheidung einer Mehrheit des Stadtrates, zu einem europaweit gefragten Standort entwickelt. 700 sichere, ständige Arbeitsplätze, vor allem für gering qualifizierte Arbeitnehmer, für den gesamten Salzlandkreis spielen dabei keine Rolle für den Briefschreiber.
Bürger tragen Projekt mit
Lassen wir die doch lieber abwandern, dann kann wenigstens wieder über Bevölkerungsschwund gejammert werden und dann noch die Hochwassergefahr bei einer möglichen Klärwerkerweiterung und dann die Dumpinglöhne und so weiter und so weiter. Auf Grund meiner Erfahrung bin ich davon überzeugt, dass unsere Bürger, wenn alle Fakten bekannt sind, umfassend informiert werden und eine Mehrheit das Projekt mittragen wird. Man wird sehr schnell erkennen, welche Gewinne die Stadtwerke bei dem großen Gas- und Elektroverbrauch machen und wie der Wasserverband durch den Großverbrauch allein an Wasser hier ganz andere Einkaufspreise erzielen wird.
Dieses bedeutet wiederum für die nächsten Jahre Preisstabilität oder sogar Preissenkungen die sich für den Bürger bemerkbar machen. Das sind natürlich positive Aspekte und damit kann natürlich keine Negativstimmung gemacht werden. Deshalb sind solche Überlegungen in dem Leserbrief nicht zu finden.
Jürgen Badzinski, Bernburg

–|Anmerkung der Redaktion des Blogs: Den erwähnten Leserbrief von Herr Balzer vom 19. März 2014 finden Sie unter „KONTRA“ |–
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29.03.2014 :
Leserbriefveröffentlichung in der MZ Bernburger Kurier am 22./23. März 2014, Seite 12
Ungekürzter Nachdruck

Die Stadt Bernburg hat an der Kreuzung der A14 mit der B 6n ein Industrie- und Gewerbegebiet errichtet. Damit die Investitionen nicht verloren sind, ist eine schnelle Ansiedlung wünschenswert. Was dort produziert wird, entscheiden die Investoren aufgrund ihrer Markterwartung.
Auch wenn nur ein Teil der Arbeitskräfte einen ständigen Wohnsitz in Bernburg nehmen wird oder aus der Region kommt, wirkt dies dem Einwohnerrückgang entgegen. Die Arbeitskräfte, egal ob sie in Bernburg wohnen oder nicht, müssen untergebracht und versorgt werden beziehungsweise fragen Dienstleistungen nach.
Der zusätzliche Verkehr belastet die Stadt nicht, die Ver- und Entsorgung mit Energie, Wasser und Abwasser ist relativ einfach lösbar.
Die zusätzlichen Mengen stabilisieren die Preise gerade in einer Zeit des Bevölkerungsrückganges.
Ackerboden wird nicht zusätzlich entzogen, das Gebiet ist bereits rechtskräftig festgestellt.
Die Kläranlage in Bernburg existiert seit 40 Jahren und hat allen Hochwassern getrotzt. Außerdem, was hat der Schlachthof mit Hochwasser zu tun?
Die Kläranlage muss für die Bevölkerung und die Unternehmen zu jeder Zeit stabil arbeiten.
Der Schlachthof wird 700 Meter von der Bebauung beziehungsweise vom Krumbholz entfernt sein. Wo gibt es in Bernburg sonst solche Entfernungen zwischen Produktion und Wohnen/Freizeit?
Wir leben in einer Angebotswirtschaft, die dem Wettbewerb ausgesetzt ist. Die Kunden entscheiden mit ihrem Verbrauchsverhalten darüber, ob ein Markt für solche Schlachthöfe existiert oder nicht. Die Zeiten, in denen selbst ernannte Führungsgremien darüber befinden, was der Bürger kaufen darf oder was produziert wird, sollten eigentlich 24 Jahre hinter uns liegen.
Es ist an der Zeit, dass wir Ansiedlung von Investoren als Chance und nicht als Bedrohung auffassen.
Werner Schulze, Bernburg
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